Mittwoch, 23. August 2017
Notruf: 112

Einsatzmöglichkeiten eines TSF-W

Ausführlich erklärt am Beispiel des TSF-W der Löschgruppe Bökendorf

Das Feuerwehreinsatzfahrzeug der Löschgruppe Bökendorf ist ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit eingebautem Wassertank (TSF-W). Im Einsatzfall findet eine Staffelbesatzung (6 Mann) in dem Fahrzeug Platz. Die Ausrüstung des Fahrzeugs ist jedoch für eine Gruppe (9 Mann) vorgesehen und dient vornehmlich zur Brandbekämpfung, zur Wasserförderung und zum Durchführen von technischen Hilfeleistungen kleineren Umfangs.

Das Fahrzeug ist auf einem 7500 kg Fahrgestell aufgebaut, um einen Wassertank mit 750 Liter nutzbarem Inhalt vorhalten zu können. Die im Fahrzeug vorhandene Pumpe wird auch Tragkraftspritze (TS 8/8) genannt. Sie fördert im Nennbetrieb 800 Liter pro Minute bei einem Druck von 8 bar. Die Pumpe bietet den Vorteil, dass Sie im verlasteten Zustand innerhalb des Fahrzeuges betrieben werden kann. Der Pumpenanschluss ist für diese Betriebsart mit einer Umschalteinheit ausgerüstet, mit der der Maschinist zwischen Wassereinspeiseleitung (Hydrant/offenes Gewässer) oder Fahrzeugtank wählen kann. Dank elektrischem Anlasser ist die Pumpe auf Knopfdruck einsatzbereit.

Der formstabile Schnellangriffsschlauch (30m) dient dem schnellen Einsatz bei der Brandbekämpfung. Dieser kann einsatzabhängig mit einem Strahlrohr oder einer Schaumpistole ausgerüstet werden. Er ist fest über eine Haspel an die Pumpe des Fahrzeuges angeschlossen und muss nur noch abgerollt werden. Im Ernstfall kann nach dem Abstellen des Fahrzeuges bereits nach 30 Sekunden mit dem Löschangriff begonnen werden. Der Maschinist startet dazu die Pumpe, die das Wasser aus dem Löschwasserbehälter des Fahrzeugs liefert. Der Angriffstrupp nimmt das Strahlrohr, rollt den Schlauch ab und kann sofort mit dem Löschen beginnen.

Im Mannschaftsaum des Feuerwehreinsatzfahrzeugs sind zwei der vier Atemschutzgeräte untergebracht die es den Feuerwehrleuten ermöglichen, sich bereits auf dem Weg zur Einsatzstelle auszurüsten. Die anderen zwei Atemschutzgeräte befinden sich, incl. der vier Reserveflaschen, im Geräteraum des Fahrzeugs. Die vier zur Verfügung stehenden Atemschutzgeräte, ermöglichen die Ausrüstung von zwei Trupps. Diese bestehen aus einem Angriffstrupp (2 Mann) und einem Sicherheitstrupp (2 Mann).

Ist die Brandbekämpfung innerhalb eines Gebäudes erforderlich, kommt bei Bedarf der mitgeführte Drucklüfter zum Einsatz. Drucklüfter finden bei der Belüftung von Treppenhäusern, Fluren und Räumen Verwendung. Sie beseitigen durch die Frischluftzufuhr den Brandrauch und sorgen so für eine bessere Sicht des im Gebäude arbeitenden Angriffstrupps. Des Weiteren sorgt die Belüftung für eine merkliche Senkung der Temperaturen im Brandraum. Der Rauch wird durch Öffnen von Fenstern und Türen aus dem Brandraum herausgedrückt. Hierbei ist das gezielte Öffnen der Fenster und Türen zu beachten, um die gewünschte Belüftungsführung zu gewährleisten. Das Gerät wird durch einen Verbrennungsmotor angetrieben.

Die Steckleiter ist die bei der Feuerwehr am meisten verwendete Leiter, da sie am dynamischsten eingesetzt werden kann. Je nach Zweck und benötigter Höhe können mehrere Leiterteile ineinandergesteckt werden. Steckleitern sind vielseitig einsetzbar. Sie ermöglichen z.B. die Rettung ins Eis eingebrochener Personen. Als Bockleiter verwendet, dienen sie zur Rettung von Mensch und Tier aus Schächten oder Gruben. Sollten Flüssigkeiten auslaufen die aufgefangen werden müssen, kann mit Hilfe einer Plane kurzfistig ein Becken für die Zwischenlagerung erstellt werden. Die vier im Fahrzeug befindlichen Steckleitern lassen sich multifunktional einsetzen.

Für die Menschenrettung stehen Brandfluchthauben, Decken und Verbandmittel zur Verfügung.

Als Zusatzbeladung für technische Hilfeeinsätze, sind ein Stromerzeuger mit Beleuchtungssatz und eine Motorkettensäge mit Schnittschutzanzug im Fahrzeug vorhanden.

Um an jeder Einsatzstelle Strom für Beleuchtung oder Elektrowerkzeuge zu haben, führt die Löschgruppe Bökendorf auf ihrem Fahrzeug einen Stromerzeuger mit. Der Lichtmasten steht in mobiler Form für alle Arten von Einsätzen zur Verfügung. In Verbindung mit zwei 1000 Watt Halogenscheinwerfern ermöglicht diese Kombination eine blendfreie Ausleuchtung der Einsatzstelle. Das gewährleistet auch bei Dunkelheit die notwendige Voraussetzung um die entsprechenden Einsätze durchführen zu können. Weiterhin wird eine Elektrotauchpumpe für Hochwassereinsätze mitgeführt. Mit ihr können überschwemmte Gebäudeteile oder Gruben entleert werden. Durch die einfache Handhabung ersetzt sie die mit weitaus größerem Aufwand in Stellung zu bringende TS 8/8 und ermöglicht somit ein schnelles und effektives Vorgehen bei Hochwassereinsätzen. Um die Eigensicherung bei Verkehrsunfällen und bei Einsätzen im Verkehrsraum sicherzustellen, führen wir einen Verkehrswarnsatz aus mehreren Warndreiecken, Pylonen und Blitzern zur Absicherung der Einsatzstelle mit. Bindemittel zum Aufnehmen von Betriebsstoffen ist ebenfalls im Fahrzeug vorhanden.

Die Löschgruppe Bökendorf ist zur Bewältigung ihrer Aufgaben bei technischen Hilfeleistungen „Baum auf Straße“ mit einer Motorsäge ausgerüstet. Grundsätzlich ist die Motorsäge der Feuerwehr als Rettungsgerät anzusehen. Die Ausrüstung mit Motorsägen erfolgt unter dem Aspekt der Sofortmaßnahme zur Gefahrenabwehr. Das Beseitigen umgestürzter Bäume, vor allem aus dem öffentlichen Verkehrsbereich, sind in diesem Zusammenhang häufig geschilderte Tätigkeiten, die durch die Feuerwehr ausgeführt werden.

Wir hoffen, dass Sie hiermit einen kurzen Überblick über die Einsatzmöglichkeiten der Löschgruppe Bökendorf erhalten haben. Alle diese Dinge stehen auch für Sie im Ernstfall bereit, um größeren Schaden von Ihnen und ihrem Hab und Gut abzuwenden.

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Zum Steckbrief des Fahrzeugs (hier klicken)