Mittwoch, 18. Oktober 2017
Notruf: 112

Die Feuerwehr ist eine alte Gemeinschaft 

Sie bestand lange vor 1922, als sie von der Pflicht-zur freiwilligen Feuerwehr umgewandelt wurde. Wie lange sie vorher bestanden hat, ist nicht bekannt. Beim Brand des Hauses Heinrich Dohmann, Hausnummer 8, am 8. Jan. 1886 gegen 1 Uhr, hören wir erstmals Genaueres von einem Feuerwehreinsatz: " Es war diese Nacht strenge Kälte mit Windstille. Gegen 4 Uhr traf die Gehrdener Spritze und Manschaft hier ein, welche aber nicht in Gebrauch gesetzt wurde wegen der strengen Kälte. Denn die hiesige Spritze war schon zugefroren und mit heißem Wasser aufgetaut."

1900 lesen wir: "Am 20. November brannte das Gebäude des Herrn Landrats Freiherr von Spiegel nieder. Unsere Spritze war die erste auf der Brandstätte."

Feuerwehrkameraden ca.1936

 Bis zum April 1922 gab es - wie schon gesagt - eine Zwangsfeuerwehr, die dann unter dem Brandmeister Heinrich Rochell in eine freiwillige Feuerwehr übergeleitet wurde. Als Hauptgrund für diese Umwandlung wurde in der Chronik, die hier beginnt, angegeben, daß man es leid sei, unter den polizeilichen Anordnungen und Kommandos zu stehen. Das Gerät der Wehr bestand aus einer Handdruckspritze mit hölzernen Achseln und 20 Ledereimern sowie 30 Meter Schlauch. Ihre Stärke betrug 60 Mann. Die anstrengenste Arbeit war das Wasserholen in Eimern. Und so heißt es denn auch in der Chronik: "Die nun neugebildete, freiwillige Feuerwehr tapste unverändert in den Fußstapfen der bisherigen Zwangswehr weiter. Alle wollten sie spritzen, aber keiner für Wasser sorgen." Schon bald nach der Gründung der freiwilligen Feuerwehr löste Heinrich Sürig den Brandmeister Heinrich Rochell ab.1932 wurde eine neue Spritze angeschafft, die das Wasser selbst ansaugte, allerdings mußte gepumpt werden und die Wassermannschaft, die bisher das Wasser mit Eimern geholt hatte, übrig machte. Im November des Jahres war die Feuertaufe. Es brannte nach 18 Jahren erstmals, und zwar das Haus Kahs an der Hauptstraße.

Zur Verbesserung der Finanzlage wurden zu Beginn des Jahres 1933 Theaterstücke aufgeführt. Danach erhielten die Feuerwehrleute Helme und Uniformen. Eine große Bewährungsprobe kam für die Feuerwehr am 8. August 1933, als die Häuser Hillebrand, Heilemann und Peters abbrannten. Im Juli 1934 wurde an der Hauptstraße das neu erbaute Feuerwehrhaus mit einem Turm zum Trocknen bezogen.

Die Versammlungen der Feuerwehr fanden abwechselnd bei Sürig oder Weber statt. Es gab in dieser Zeit viele Alarmübungen, aber auch gemütliche Abende und Ausflüge.

Während der nationalsozialistischen Herrschaft erweitert sich der Aufgabenbereich. Im Dezember 1938 heißt es: " Unter anderem ist die Feuerwehr als Hilfspolizei mit in die Reihen des Polizeichefs Himmler eingetreten." In der kriegsbedinngten Pause zwischen 1939 und 1949 schweigt der Chronist. Nach ihrem Ende wurde August Otte Brandmeister. Während des Krieges waren die meisten Feuerwehrleute im Felde, und es mußten ältere Männer einspringen.

1950 erhielt die Wehr eine Motorspritze, die vorher schon im Besitze des Johannes Spellerberg war. Im Jahr 1952 richtete die Feuerwehr am Nikolaustag erstmals eine Feier für die Kinder aus. Dabei erdachten sich die Feuerwehrleute  immer  wieder neue Varianten, wie der heilige Mann herbeigeschafft werden könnte. 1967 kam ein Esel aus dem Tiefental.

Am 13. August 1965 brannte das Haus Bolte. Im Jahre 1968 wurde Alois Kröger Brandmeister. Er löste Josef Schrader ab, der dieses Amt seit 1961 innehatte. Der Turm des Gerätehauses wurde 1968 abgerissen, und im folgenden Jahr erhielt die Wehr ein Feuerwehrauto. Die Gemeinde baute auf dem Eckgrundstück Steinbrede im Jahre 1971 ein neues Feuerwehrhaus. 1980 löste Franz-Josef Rochell Alois Kröger als Brandmeister ab. Das Feuerwehrauto erhielt eine Funkeinrichtung.

Infolge des stark steigenden Verkehrs erweitert sich der Aufgabenbereich der Feuerwehr. Außer bei Brand, Hochwasser und Sturm mußte sie bei Verkehrsunfällen zur Stelle sein und sich unter anderem um ausgelaufenes Öl kümmern. Ja, sie hat als Mädchen für alles 1982 einen abgefallenen Zeiger an der Kirchturmuhr wieder angebracht. Das Reinigen des Flußbettes der Öse hat sich die Löschgruppe zur Aufgabe gemacht. Im Jahre 1986 erfolgte sogar ein Einsatz bei Eisregen. In diesem Jahr erhielt sie ein neues Fahrzeug. 1992 löste Johannes Heilemann Franz-Josef  Rochell als Löschgruppenführer ab. Nach langjährigem Dienst übergab er guten Gewissens 2005 das Amt an seinen bisdato Stellvertreter Michael Müller. Dieser hat das Amt bis zum heutigen Tage inne.

Quelle: H. Dohmann, Siddessen - Heimat an Öse und Nethe (gekürzt)


Löschgruppenführer der LG Siddessen ab 1922

1922 - 1925 Heinrich Rochell
1925 - 1939 Heinrich Sürig
1949 - 1961 August Otte
1961 - 1968 Josef Schrader
1968 - 1980 Alois Kröger
1980 - 1992 Franz-Josef Rochell
1992 - 2005 Johannes Heilemann
2005 - 2012 Michael Müller
2012 - Heute Jörg Menne

chronik 02